Mittwoch, 3. Januar 2018

Zellentests und Analyse HGT11 und HG30

Nachdem mich neulich ein Unbekannter Anruf mit der Bitte um Hilfe aus der Arbeit riss lud ich die Leute zu mir ein um zu sehen wie ich helfen kann .
Sie brachten einen Kasten mit der mit viel Mühe gebaut wurde in dem ein HG30 Zellensystem verbaut war nach Vorgaben des Herstellers mitsamt einer für mich sehr seltsamen Schaltung um die 230 Volt Wechselspannung auf 60 Volt Gleichspannung zu bringen , mit denen die HG30 laufen sollte.Beim Anblich dieser Elektrischen Lösung war ich etwas irritiert , zeigte Bilder davon unserem Betriebselektriker und fragte ihn nach seiner Meinung . Er meinte das wäre etwas sehr Abenteuerlich , nach seiner Meinung nichts sicheres . Ich selbst arbeite nur mit Gleichstromnetzteilen , wie sie auch in der Industrie verwendet werden , das ist in meinen Augen für einen Dauerbetrieb die einzige sichere Methode die Zellen zu betreiben.
Hier mal ein Bild dieser Schaltung die bei der HG30 dabei war , vielleicht kann mich ein Sachkundiger anhand des Bildes aufklären wie das sicher funktionieren soll.


Dazu brachten sie noch eine HGT11 Zelle mit , die sie als Set fürs Auto erworben haben.
Der Hersteller verspricht in seinem Shop eine sehr hohe Gasproduktion , die mich neugierig machte wie denn nun die Werte mit dem Laborgastrommelzähler und dem Schaltnetzteil wirklich aussehen und ob die Zellen das halten was auf der Shopseite des Anbieters versprochen wird.
Als erstes wurde die HG30 getestet mit dem Schaltnetzteil .
Der Hersteller verspricht eine Maximale Gasmenge von 9 Litern HHO pro Minute und eine Dauerleistung von 6 Litern HHO pro Minute . Angaben vieviel Ampere bei den 60 Volt nötig sind hat er nicht gemacht. also haben wir sie getestet im Rahmen dessen was das MRGN-900 Netzteil hergibt .Das Netzteil ist in der Lage auf der 60 Voltstufe bis ca 18 Ampere kurzzeitig zu liefern, also kurzzeitig ca 1100 Watt bis die Überlastsicherung es auf ca 15,5 Ampere beschränkt. .
Ich verstehe den Sinn einer Zelle nicht die ausgerechnet auf 60 Volt laufen soll , denn es gibt so gut wie keine Netzteile die 60 Volt Gleichstrom liefern.
Aber gut , sie ist so gebaut wie sie ist und es gibt an der Zelle nur eine Anschlussmöglichkeit für Plus und eine für Minus , also machte ich mich ans testen .
Für die Testfilme habe ich den Entschäumer abgeklemmt und das Gas direkt aus dem Vorratsbehälter zum Bubbler geleitet , so kann man im Film den Gasverlauf gut nachvollziehen.
Hier die Messfilme :














Im ersten Film läuft sie auf ca 600 Watt Leistungsaufnahme beschränkt und wie man sehen kann liefert sie dabei ca 2,8 Liter Gas in der Minute .Die Leistungsaufnahme ist noch relativ gleichmässig , die Zelle läuft garnicht mal schlecht mit ca  215 Watt/Lpm.
Im zweiten Film sieht man bei voll aufgedrehtem Netzteil sehr starke Schwankungen in der Leistungsaufnahme , die Zelle ist nicht in der Lage mehr Ampere aufzunehmen .
Damit würde ich sagen sie ist so wie sie ist relativ am Limit der Leistungsfähigkeit.
wenn ich jetzt einen Mittelwert von 16 Ampere nehme nimmt die Zelle im Mittel ca 970 Watt auf und liefert dabei ca 4,2 Liter Gas in der Minute was einem Wert von ca.231 Watt/Lpm ergibt
die extremen Schwankungen zeigen das diese Zelle dabei stark am Limit ihrer Leistungsfähigkeit ist .
jede weitere erhöhung der Ampere würde zu noch grösseren Schwankungen führen und die Effizienz würde weiter zurückgehen.
Nun folgen die Filme der HGT11 dort sieht man bei stärkerer Leistungsaufnahme die schwankungen noch stärker.



Nun bei dieser HGT11 gibt es im Shop des Anbieters ganz klare Aussagen zur Leistungsfähigkeit und Effizienz . die Aussage ist Dauerleistung 1 Lpm bei 12 Ampere und Maximal 3 Lpm bei 35 Ampere ! Wenn ich jetzt davon ausgehe das er nicht die 12 Volt meint als Nennspannung , sondern die etwa 14 Volt Ladespannung im Auto würde die Angabe bedeuten 1 Lpm bei 168 Watt und Maximum 3 Lpm bei 490 Watt oder aber sagenhafte 163 Watt/Lpm
Wie man im ersten Film sehen kann , läuft die Zelle mit ca 204 Watt , die Zeit für einen Liter Gss beträgt dabei ca.69 Sekunden  das heisst ca. 234 Watt/Lpm Im dritten Film hab ich versucht in etwa die Leistungsaufnahme bei ca 500 Watt zu halten , dank der sehr starken Schwankungen ist es sehr schwer einen korrekten Mittelwert zu ermitteln .Die Gasausbeite dabei liegt bei ca 2,2Lpm
Das heisst ca 227Watt/Lpm . Wobei bei dieser Messung die Dampfseparierung am Gastrommelzähler verschlossen war.
In zweiten Film habe ich sie geöffnet, dort sieht man eine ca. gemittelte Leistungsaufnahme von ca 410 Watt auch schon relativ starke auf und ab Schwankungen
Die Zelle braucht dabei ca 67 Sekunden um 2 Liter Gas zu liefern das heisst ca. 230Watt/Lpm
Ich weiss nicht wie die Angaben des Anbieters ermittelt wurden , aber ich biete gerne eine Messung in seinem Beisein an.
Die Besitzer dieser Zellen haben dann unter meiner Anleitung sich eine Zelle mit Platten im Durchmesser 150mm gebaut mit insgesamt 39 Platten , die später in dem Kasten mit Netzteilen laufen soll mit 2x19 Kammern bei 38 Volt . Wir haben die Frisch zusammengebaute Zelle direkt getestet , einfach auf 30 Kammern geschaltet wie die HG30 um zu sehen ob sie genauso schwankend läuft. Hier der Film davon :




Wenn man sich diesen Film ansieht , sieht man das die Zelle konstant hochläuft , es gibt keine ständigen auf und ab Schwankungen der Leistungsaufnahme , was zeigt das diese Zelle am ende der Messung immer noch nicht am Limit ihrer Leistungsfähigkeit ist .
Wo liegt der Unterschied ? Zum einen hat die Zelle etwas mehr Plattenabstand , sowie eine bessere Spülung als die HG30 .da Gasvorlauf und Elektrolytrücklauf getrennt sind.
Die HG30 nutzt dieselben Schläuche zum Gasabtransport mit denen sie befüllt wird aus dem Vorratstank , damit kastriert man die Leistungsfähigkeit der Zelle enorm , weil das hochströmende Gas den nachfluss des Elektrolyts in die Zelle hemmt.
Mit einigen Modifikationen könnte diese Zelle Ihre mögliche Gasmenge enorm erhöhen .
Nur ob die Effizienz besser wird bestimmen noch andere Faktoren.
Auf den ersten Blick sind die HGT11 und die HG30 Solide und sauber gebaute Zellen , mit gut gewählten Edelstahlmaterialien . neben der Schwäche mit der Zellspülung sind mir die gewählten Dichtungen ein Schwachpunkt.
So wie es aussieht wurden als Dichtungen O-Ringe genommen , was eine absolut gleichmässige belegung erforderlich macht , da die O-RInge eine relativ kleine Kontaktfläche haben ist es wichtig das sie zueinander fast zu 100 Prozent fluchten , da es sonst zu verspannungen zwischen den Zellplatten kommt , was später bis hin zu undichtigkeiten führen kann .
Hier mal ein Bild in den man beim ranzoomen den versatzt der Dichtringe zwischen den einzelnen Platten sehen kann.

Was ich dazu sehr schade finde ist das die Endplatten zueinander nicht Isoluert sind . Es ist kein Muss die Zellen laufen ja auch so , nur es ist trotzdem ein Unsicherheitsfaktor der gerade , wenn man so eine Zelle im Auto verwenden will den Einbau kritisch gestaltet , da die Zelle in jedem Fall Isoliert werden muss um nicht mit der Karossierie in berührung zu kommen.
Ich habe hier versucht die Fakten aufzuzeigen , vielleicht hilft es dem Verkäufer ein bisschen die Zellen ein wenig zu modifizieren.
Es ist nicht an mir eine Wertung abzugeben oder ein Urteil .schliesslich sind meine eigenen Zellen ja auch nicht Perfekt ;-)
Fazit ist und bleibt jedoch , die beiden Zellen bleiben weit hinter den Angaben zurück !
zum Vergleich hab ich genug Messfilme auf dem Verifyfacts Kanal hochgeladen in dem andere Zellen unter gleichen Bedingungen gemessen wurden .
Sollte jemand interessiert sein , seine eigene Zelle einer solchen Messung zu unterziehen , so helfe ich gerne weiter.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen